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  • AutorenbildDr. Reiner Kraft

Drei wichtige Fokus Bereiche für dein epigenetisches “Software Update”



Wie ich damals in Berlin, nach 20 Jahren im Silicon Valley, angekommen war und es mir gesundheitlich gar nicht so gut ging, hatte ich zum ersten Mal Kontakt mit integrativen Medizinern. Ich war positiv überrascht, dass sie versuchten, den eigentlichen Ursachen meiner Symptome auf die Spur zu kommen, anstatt sich auf die Heilung von Symptomen zu konzentrieren.


Dabei kam ich zum ersten Mal mit dem Thema Genetik in Berührung.


Als promovierter Informatiker war das für mich faszinierend, da ich durch mein jahrelange Erfahrung mit hochkomplexen Software Systemen und dessen Komponenten viele Ähnlichkeiten entdeckte. Damals wurde der Begriff “Epigenetik” beiläufig erwähnt. Das machte mich aber neugierig …  


Die Epigenetik  ist ein Fachgebiet der Biologie, das sich mit der Frage befasst, welche Faktoren die Aktivität eines Gens und damit die Entwicklung der Zelle zeitweilig festlegen. 

Man kann sich die DNA am besten als eine “CD” (Compact Disc) oder “Festplatte” vorstellen, wo dein Erbgut als Folge von “Bits und Bytes” digital abgespeichert ist. Anstatt wie beim Computer mit den beiden Zuständen “0” oder “1”, geschieht dies bei unserem Körper mit Hilfe von vier Basenpaaren Adenin (A), Cytosin (C), Guanin (G) und Thymin (T). Dabei verbinden sich immer Adenin und Cytosin , sowie Guanin und Thymin. Die Reihenfolge davon als lange “DNA Kette” bestimmt dann dein Erbgut. Dies wird in einem Chromosomen abgelegt, zusammen mit verschiedenen Proteinen, insbesondere den Histonen


Wenn du eine CD gekauft hast, verändert sich diese nicht. Auch in 50 Jahren sind immer noch dieselben Lieder drauf. 


Jetzt ist aber unser Körper wesentlich intelligenter.


Er ist in der Lage, durch verschiedene epigenetische Mechanismen, wie zum Beispiel durch die DNA Methylierung oder die Histon Modifikation, bestimmte Gene oder Bereiche deiner DNA ein- oder auszuschalten.



Quelle: Wikipedia


Aber nicht nur das:


Durch die Epigenetik kann man vereinfacht ausgedrückt Gene  „lauter“ oder „leiser“ drehen, ohne dabei den genetischen Code verändern zu müssen.

Daher bezeichne ich die Epigenetik gerne als  die “Software der Gene”.


Und da es Software ist, weiss ich aus Erfahrung, dass diese meistens fehlerhaft sein kann oder nicht gut funktioniert. 


Das muss man erst einmal einsinken lassen. 


Früher war man der Meinung, dass deine Gene dein Schicksal bestimmen. Heute weiss man, dass das nicht so ist. Durch Umwelteinflüsse oder auch gezielte Interventionen, lassen sich epigenetische Veränderungen deiner Gene hervorrufen, sowohl positiv als auch negativ.  


Hier wird es natürlich spannend, aber auch recht komplex. 


Was tut uns nun gut und was schadet uns? 


Wir wissen von der Wichtigkeit einer gesunden Ernährung und dass viel Stress nicht gesund ist. 

Selbst negative Gedanken können uns krank machen. 


Die Wissenschaft der Epigenetik bietet nun eine Erklärung an, warum das so ist. 


Unsere Umwelt hat heutzutage im Vergleich zu 50 Jahren eine wesentlich höhere Belastung mit  Schwermetallen und toxischen Substanzen.


Auch elektrische Strahlung (EMF) durch mobile Netze (3G, 4G, 5G) und WLAN ist überall in hoher Dosierung vorhanden.


Das gab es damals gar nicht.


Wer in den 70er oder 80er Jahren aufgewachsen ist, der weiss von was ich hier rede. Die Studienlage ist hier mittlerweile recht klar (obwohl einige das ignorant abstreiten), dass dies nicht gut für unseren Körper ist. Unsere Nahrung enthält zudem immer weniger gesunde Nährstoffe.  


All das hat eine signifikante Auswirkung auf unsere epigenetische Software. 


Im Laufe unseres Lebens schalten sich daher mehr “schlechte” Gene an (werden “lauter”) und gute Gene werden “leiser”, bis sie irgendwann abgeschaltet sind.

In den letzten Jahren habe ich mich viel damit beschäftigt herauszufinden, wie man unsere epigenetische “Software” debuggen und optimieren kann. Es braucht einiges an Wissen, welches aber mittlerweile vorhanden ist, wenn man danach sucht. 


Daraus habe ich ein System entwickelt in der Form von  Gesundheitskompetenzen, um den “roten Faden” dabei nicht zu verlieren. 


Die folgenden drei Bereiche sehe ich als besonders wirkungsvoll an, wenn es um dein eigenes “Software Update” geht. Natürlich sind diese durch ihre mächtige Auswirkung auf unsere Gesundheit auch Teil der wichtigen Gesundheitskompetenzen.


Sie sind fundamental für die optimale Steuerung deiner epigenetischen Software. 

Daher solltest du sie mal dir genauer anschauen und in diesen Bereichen wichtige Gesundheitskompetenzen aufbauen: 


  1. Optimierte Methylierung

  2. Balancierter Vitamin-D Stoffwechsel 

  3. Gesunde Mitochondrien 


Hier ein paar Details dazu:



Optimierte Methylierung 

Da die DNA Methylierung die Grundlage für das “lauter” und “leiser”, sowie das An- und Abschalten deiner Gene ist, folgt daraus, dass wir sicherstellen müssen, dass unser Körper in der Lage ist, dies auch zu tun. Dazu werden ausreichend Methylgruppen gebraucht. Kontinuierlich. Jede Sekunde.


Diese werden im Methionin-Kreislauf erzeugt, welcher aber sehr eng mit anderen biochemischen Stoffwechsel-Kreisläufen zusammenhängt. Das Bild hier gibt einen Eindruck auf die Komplexität: 




Viele Menschen haben sogenannte SNPs (Einzelnukleotid Polymorphismus) bei einigen Genen in diesen Kreisläufen. Bis jetzt hatte ich noch keinen Klienten bei mir in der Praxis, der hier optimal genetisch aufgestellt war. 


Diese Variationen sorgen dann dafür, dass die Methylierung nicht rund läuft. 


Gene können aber auch durch unseren Lebensstil “schmutzig” werden und dann ein ähnliches Verhalten aufweisen. Meistens ist eine Kombination von SNPs und schmutzigen Genen anzutreffen.


Zusammenfassend kann man nun sehen, warum ich die optimierte Methylierung als eine wichtige Gesundheitskompetenz ansehe:  Nur wenn man weiss, wie man seine eigene Methylierung durch Lebensstil Veränderungen und geeigneten Nährstoffen sinnvoll anpassen kann, stellt der Körper ausreichend Methylgruppen zur Verfügung, so dass diese epigenetische Steuerung sinnvoll passieren kann.



Balancierter Vitamin D-Stoffwechsel 

Über die Wichtigkeit von Vitamin D hast du bestimmt schon gelesen. Die Studienlage ist hier klar, aber es gibt immer noch viele ignorante Menschen (darunter einige Ärzte), die hier ihr Wissen noch nicht aktualisiert haben und in der Vergangenheit leben. 


Basierend auf wissenschaftlichen Studien liegt die Zahl der Genexpressionen, die durch Vitamin D reguliert werden, irgendwo zwischen 2000 und 3000, vielleicht sogar noch mehr. Das wird sich noch zeigen. Daher ist klar, wenn man ein “Software Update” bei sich durchführen möchte, um die epigenetische Regulierung zu optimieren, kann dies nur durch einen balancierten Vitamin D Stoffwechsel geschehen. Dabei nimmt der VDR (Vitamin D Rezeptor) in der Zelle eine zentrale Rolle bei der epigenetischen Steuerung ein.


 Das Thema ist komplex und ich werde dazu einen separaten Artikel schreiben. Schau dir gerne das Diagramm des Vitamin D Stoffwechsels an. Dann weißt du, was ich meine in Bezug auf Komplexität.



Quelle: vitaminD.net


Gerade in dem Bereich Vitamin D kann man eigene Fehler machen: Es fängt mit der korrekten Diagnostik an, der Interpretierung davon und welches Protokoll zum Aufbau und der Erhaltung eines optimierten Vitamin D Stoffwechsels notwendig ist. 


Hier geht es mir heute nur darum, dass du die Wichtigkeit dieses Bereiches auf dem Radar hast. Wenn du denkst, du weisst darüber alles, sei dir bewusst, dass er hier eine hohe Wahrscheinlichkeit gibt, dass dein Wissen leider nicht auf dem neuesten Stand ist und möglicherweise dadurch deine Software im besten Fall nur suboptimal ablaufen kann. 



Gesunde Mitochondrien

Viele haben gelesen, dass unsere Mitochondrien für die Energieversorgung verantwortlich sind. Aber wusstest du auch, dass sie eine zentrale Rolle in der epigenetischen Steuerung übernehmen? 


Ihre Metabolite (Abfälle), die sich während des Stoffwechsels ergeben, haben tatsächlich eine epigenetische Wirkung. Mehr Details dazu findet man in dieser Studie von Groh & Herrmann. Hier wird gezeigt, dass durch  Acetyl-CoA (Zum einen wird es durch die oxidative Decarboxylierung von Pyruvat gebildet oder beim Abbau von Fettsäuren im Rahmen der β-Oxidation) und Alpha-Ketoglutarat (wird im Citrat Zyklus TCA erzeugt) eine Genom aktivierende Wirkung hergestellt wird.


Daher sollte es klar sein, dass jede Strategie für eine optimierte Gesundheit darauf ausgerichtet sein sollte, wie man die Qualität und Quantität deiner Mitochondrien verbessert.






Fazit: 


Wenn du also deine “Software aktualisieren” möchtest, dann baue wichtige Gesundheitskompetenzen in diesen drei Bereichen auf. 


Das geht nicht von heute auf morgen. Es ist ein langer Prozess, aber wenn du hier Fortschritt machst, kannst du deinen Körper gut unterstützen, dass die “guten Gene lauter spielen” und die "schlechten Gene leiser gedreht werden”. 


Am Anfang empfiehlt sich hier auf jeden Fall die Zusammenarbeit mit Experten. Es gibt mittlerweile einige funktionelle Mediziner, Heilpraktiker, sowie Epigenetik Coaches, die sich täglich mit diesen Themen befassen und dir somit einen guten Einstieg geben können. Durch die Komplexität kann man hier einiges falsch machen und wundert sich dann, wieso man nicht vorankommt.


Ich selbst biete das Epigenetik Mentoring Programm an, eine 4-monatige Fortbildung, wo du tiefer in diese drei wichtigen Gesundheitskompetenzen einsteigen kannst. Schau dir das gerne mal an und melde dich bei Interesse zu einem unverbindlichen Erstgespräch an. 



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