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  • AutorenbildDr. Reiner Kraft

Wie kann man mit der Epigenetik transformative Ergebnisse erzielen?

Aktualisiert: 14. März



Heutzutage hört man öfter in den Medien den Begriff Epigenetik.


Viele, die an meiner Praxis in Lahnau vorbeilaufen und das Schild "Epigenetik Praxis" am Haus sehen, schauen in der Regel etwas verblüfft und können sich darunter nicht viel vorstellen.


Epigenetik hört sich erstmal interessant an, aber die wenigsten wissen, was sich wirklich dahinter verbirgt, geschweige denn, wie man sich die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse hierzu nutzbar machen kann. 


Ist das Ganze vielleicht nur ein Buzzword ohne wirkliche Substanz? 


In den letzten Jahrzehnten wurde viel geforscht. Man weiss nun, dass Umwelteinflüsse  einen wichtigeren Einfluss auf die Aussteuerung deiner Gene haben, als die vererbte Genetik.


Es geht also bei der Epigenetik um die Aussteuerung und Regulierung deiner Gene. Deshalb nenne ich als Informatiker die Epigenetik gerne die “Software deiner Gene”.


Da es Software ist, kann man diese natürlich auch umschreiben und optimieren, wenn man sich dementsprechend auskennt und weiss, was man macht.

Aber warum sollte man das tun? 



Was ist deine Motivation

Hier kommt es natürlich auf deinen individuellen Kontext an. 


Vielleicht arbeitest du im Gesundheitswesen und möchtest in der Lage sein, deinen Patienten / Klienten mit neuen Methoden besser helfen zu können? 


Oder vielleicht leidest du selbst an einer chronischen Erkrankung oder es geht dir gesundheitlich nicht mehr ganz so gut, hast Schmerzen und du kommst hier nicht wirklich voran? 

Vielleicht arbeitest du in einer verantwortungsvollen Position und der Stress wird immer stärker, die Komplexität steigt, aber deine Energie wird immer geringer? 


Oder du willst einfach nur proaktiv deine Gesundheitspanne verlängern und gesund alt werden


Was auch immer dich motiviert, die viel wichtigere Frage ist nun:



Wie kannst du mit der Epigenetik transformative Ergebnisse erzielen?

Nur durch das Wissen deiner Gene allein wird sich nicht viel tun. Es braucht bewusstes und gezieltes Handeln.


Heutzutage kann man sich zum Beispiel günstig im Internet einen DNA Test bestellen und diesen bequem von zuhause aus durchführen. Danach hält man einen umfangreichen Bericht, meistens mit vielen Ratschlägen.


Aber was macht man damit? 


Nehmen wir mal an, es steht drin, dass dein Vitamin D Rezeptor (VDR) nicht optimal funktioniert. Würdest du jetzt loslaufen wollen und einfach mal hochdosierte Vitamin D Kapseln einnehmen?


Vor Mikronährstoffen sollte man einen gewissen Respekt haben. Da kann bei falscher Anwendung auch einiges schief laufen.


Man muss deshalb lernen, wie der menschliche Körper und dessen vielfältigen Stoffwechselvorgänge mit unzähligen Systemen funktionieren. Die wissenschaftliche Grundlage dazu ist eine Kombination von Biochemie und verschiedenen Aspekten der funktionellen Medizin


Hier geht es darum, die unterliegenden Ursachen eines Problems gründlich zu verstehen und darauf aufbauend dann eine effektive Strategie zu überlegen, wie man dann mit gezielten Interventionen darauf einwirken kann.


Epigenetik, Biochemie und funktionelle Medizin ergänzen sich sinnvoll. Deshalb ist es wichtig, sich alle drei dieser Bereiche genauer anzuschauen und zu verstehen, wie diese synergistisch zusammen wirken. Dann kann du für dich oder deine Patienten / Klienten auch transformative Ergebnisse erzielen.


Woher weißt du nun, ob ein bestimmtes System gut oder nicht so gut funktioniert? 



Funktionelle Biomarker und "Do. Measure. Learn."

Das "Do. Measure. Learn." Prinzip kennt jeder, der im Software Bereich unterwegs ist. Es geht hier um agiles Arbeiten und der Grundlage eines datengetriebenen Ansatzes. Diese Arbeitsweise hat sich durchgesetzt, da man Fortschritt mit klaren Kennzahlen beurteilen und falls notwendig schnelle Anpassungen vornehmen kann.


Im Bereich des Körpers bedarf es daher der Kenntnis relevanter funktioneller Biomarker. Das sind spezielle Laborwerte, die uns über den momentanen Zustand eines Systems oder Zustands Auskunft geben.


Aber welche Biomarker sind nun überhaupt relevant? 


Meistens ist es nicht nur ein Wert, sondern eine Kombination von mehreren Werten und deren Relation


Beispiel: Der Vitamin D Stoffwechsel. 

Wer sich mit Vitamin D nicht auskennt, schaut sich vielleicht nur den Vitamin D 25OH Wert (Calcidiol) an und baut darauf eine Therapie auf. Das kann aber “in die Hose gehen”, wenn man den Vitamin D 1,25 OH (Calcitriol) Wert nicht kennt oder ignoriert. Aus beiden Werten errechnet sich der sogenannte Vitamin D Ratio, wenn man Calcitriol durch Calcidiol teilt. Nur mit der Kenntnis dieser drei Werte kann eine sinnvolle Therapie erstellt werden.  


Dieses Wissen ist (leider noch) nicht weit verbreitet und selbst viele Mediziner haben davon ungenügende Kenntnis. Hier kannst du sehen, ob dein Hausarzt zum Beispiel frisches medizinisches Wissen nutzt oder nicht.


Eine Therapie ohne die Kenntnis dieser drei Werte ist dementsprechend dann suboptimal und kann zu unerwünschten Ergebnissen führen.


Ein anderes Problem ist, welche Nahrungsergänzungsmittel Präparate in so einem Fall sinnvoll und wirksam sind.


Gerade bei Vitamin D gibt es wichtige Synergien mit Vitamin A (wird gebraucht, um den VDR Rezeptor zu aktivieren) und Vitamin K, aber auch andere Mineralien und Spurenelementen.


Es bleibt komplex! 


Funktionelle Labordiagnostik

Jeder Biomarker hat Referenzbereiche, die man kennen muss. Ein Labor gibt auch bestimmte Referenzbereiche vor. In vielen Fällen sind diese jedoch suboptimal. Das muss man natürlich wissen.


Aber wenn ich diesen Referenzbereich kenne und der gemessene Wert zu niedrig oder zu hoch ist, was kann ich dann tun? 


Mal eine Google Suche machen und dann ein paar  Nahrungsergänzungsmittel kaufen und hoffen, dass sich was tut? 


Sicherlich ist es nicht so einfach.


Im schlechtesten Fall tut sich nichts und man verliert Geld und Zeit. 


Aber auch hier verbergen sich gesundheitliche Risiken, wenn man ohne die Zusammenarbeit mit einem Experten oder (funktionellen) Arzt hier Versuche unternimmt. 


Wie man ein System misst und auch den Gesamtzustand dieses Systems dann beurteilen kann, erfordert einiges an Wissen und Erfahrung.


Ein System ist abhängig von anderen Systemen. Man sollte also diese Abhängigkeiten verstehen, wenn man sich einen Überblick über den Gesamtzustand machen will. Das erfordert ein tieferes Verständnis in die biochemischen Vorgänge dieser Systeme, aber auch wie deine Genetik und deren Variationen (SNPs, Polymorphismen) diese Vorgänge beeinflussen. 


Die wichtigen Gesundheitskompetenzen - Warum sind sie hilfreich?

Um bei dieser Komplexität nicht die Übersicht zu verlieren, habe ich das System der wichtigen Gesundheitskompetenzen erstellt. Damit hat man einen “roten Faden” und kann sich so recht strukturiert von “links nach rechts” in logischer Reihenfolge oder wenn nötig ganz gezielt sich relevante Gesundheitskompetenzen aufbauen. 


Das ist ein Lernprozess und braucht viel Zeit und Geduld.


Ich selbst habe in den letzten 10 Jahren wahrscheinlich mehr als 10000 Stunden meiner Zeit damit verbracht, mich in diese Thematiken zu vertiefen. Es ist eine sehr steile Lernkurve und ständig kommt neues Wissen hinzu, was dann älteres Wissen wieder ablöst. 

Wenn man dies alles versteht, stellt sich die Frage, mit welchem Mix an Interventionen man nun (transformative) Ergebnisse erzielen kann. 


Die komplexe Nährstoff-Therapie

Ich habe in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht mit einer komplexen Nährstoff-Therapie.


Hier geht es um (komplexe) Präparate, die synergistisch wirken.


Im Vergleich zu Einzelnährstoffen hat man hier eine bessere Chance, dass die relevanten Systeme ganzheitlich unterstützt werden. Je nach Zustand der Person kommen hier mal schnell 10-15 (Komplex) Präparate zusammen.


Das Motto:


Je (chronisch) kranker die Person, desto mehr Präparate sind notwendig. 

Das ist natürlich mit Kosten verbunden. In der Regel rechnet man bei so einer komplexen Nährstoff-Therapie mit 5-20 Euro pro Tag. Dies sollte im Budget dem Thema Ernährung zugeordnet werden, da sie diese ergänzen.


An der Anzahl der Präparate sollte man nicht sparen. Jedoch kann man an den Dosierungen sparen und dadurch entsteht eine Spanne, die dann (hoffentlich) ins Budget passt, ohne an Wirkung zu verlieren.

 


Zusammenfassung: 

Man kann mit Hilfe der Epigenetik transformative Ergebnisse erzielen, wenn man das Wissen der Gene und deren Variationen durch funktionelle Biomarker im Körper validiert, um zu sehen, was der aktuelle Zustand vieler Systeme im Körper ist.


Durch eine korrekte Interpretation dieser Werte kombiniert mit einer epigenetischen Anamnese kann man eine komplex Nährstoff Therapie erstellen und diese mit anderen sinnvollen Interventionen (intermittierendes Fasten, ketogene Ernährung, verschiedene oxidative Therapien etc.) kombinieren und letztendlich dadurch Fortschritte erzielen, um die körpereigenen Systeme nachhaltig zu verbessern. 


Das Motto sollte immer sein “Do. Measure. Learn.", ein agiles Konzept, das sich im Bereich der Softwareentwicklung in den letzten Jahrzehnten durchgesetzt hat. 


Denn wir reden hier tatsächlich über Software Optimierung, wobei die Wissenschaft der Epigenetik kombiniert mit Biochemie und der funktionellen Medizin es erlaubt, diese Software deiner Gene nachhaltig zu verändern oder besser zu regulieren. 


 Bei Interesse schau dir gerne mal mein 4-monatiges Epigenetik Mentoring Pogramm an. In diesem exklusiven Mentoring Programm lernst du Schritt für Schritt alle wichtigen Grundlagen und viele Ideen, wie du mittels der Epigenetik, funktioneller Labordiagnostik und personalisierten Nährstoffen dein eigenes Portfolio an Methoden innovativ erweitern kannst. 


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