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Insulinresistenz erkennen – bevor sie im Blut sichtbar wird

  • Autorenbild: Dr. Reiner Kraft
    Dr. Reiner Kraft
  • 13. Nov. 2025
  • 10 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 18. Nov. 2025

Wie moderne Sofortdiagnostik und Wearables helfen, Stoffwechselstress frühzeitig zu entdecken

Wie moderne Sofortdiagnostik und Wearables helfen, Stoffwechselstress frühzeitig zu entdecken


Anfang November 2025 - bei Top Sports Gießen: 40 Messungen – mit Laser-Spektroskopie (SO/Check) zur funktionellen Sofortdiagnostik. Mit Hilfe der EVER-App konnte ich innerhalb weniger Minuten ein solides Basis-Nährstoff Protokoll erstellen, um diese Defizite systematisch aufzufüllen.


Die Schlange war lang, das Interesse enorm. Was mich dabei beeindruckt hat: Die Muster wiederholen sich – immer wieder Magnesium- und Siliciummangel, selbst bei Menschen, die bereits Supplemente nehmen.


Doch ein Trend sticht aktuell heraus: deutlich ausgeprägter Chrommangel – selbst bei jungen Menschen Anfang 20, fit, sportlich, muskulös.



Chrom – Schlüssel zum Insulinrezeptor und zur Glukoseaufnahme


Chrom ist eines der zentralen Spurenelemente für eine stabile Insulinsensitivität. Es wirkt nicht direkt auf die Glukose, sondern auf den Insulinrezeptor selbst – also auf die Andockstelle, über die Insulin seine Wirkung entfaltet. Sobald Insulin an seinen Rezeptor bindet, löst es eine Signalkaskade aus, die den sogenannten GLUT-4-Transporter aktiviert. Dieser Transporter ist das „Tor“ für Glukose: Er wandert aus dem Zellinneren an die Zellmembran und ermöglicht dort den Eintritt der Glukose in die Zelle.


Der Glukosetoleranzfaktor (GTF) – heute als Chromodulin bezeichnet – ist ein Chrom-Peptid-Komplex, der die Aktivierung des Insulinrezeptors stabilisiert. Chrom stabilisiert diesen gesamten Vorgang, indem es als Bestandteil von Chromodulin die Bindung von Insulin an seinen Rezeptor verstärkt und die Signalübertragung zum GLUT-Transporter verbessert.


Fehlt Chrom:


  • der Insulinrezeptor wird weniger aktiv („Rezeptor-Downregulation“),

  • der GLUT-4-Transporter reagiert verzögert,

  • die Glukose bleibt länger im Blut.


Der Körper kompensiert durch mehr Insulinfreisetzung (Hyperinsulinämie) – das System arbeitet „auf Anschlag“.Die Folge sind Energieeinbrüche, Heißhunger, Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme und langfristig eine funktionelle Insulinresistenz, die später in messbare Stoffwechselstörungen übergehen kann.



Insulin, Glukosetransporter und Insulinrezeptor
Insulin, Glukosetransporter und Insulinrezeptor

Biochemisch enthält der Chromodulin-Komplex u. a. Cystein, Glycin, Glutamat und Glutathion – ohne diese Liganden kann Chrom seine Aufgabe nicht erfüllen. Ein Mangel führt zur Downregulation der Insulinrezeptoren und letztlich zur Insulinresistenz .



Kalium – der zweite Marker im Schatten



Kalium Natrium Austausch

Interessanterweise zeigt sich in vielen Messungen auch eine Kalium-Schwäche, oft gemeinsam mit Chrommangel. Kalium ist entscheidend für den Membrantransport und die Na⁺/K⁺-ATPase, die den Glukosetransport und die Zellspannung reguliert. Ein Ungleichgewicht im Kalium-Natrium-Verhältnis kann die Zellaufnahme von Nährstoffen zusätzlich hemmen und die Insulinwirkung weiter verschlechtern. Studien zeigen, dass niedrige Kaliumspiegel mit reduzierter Insulinsensitivität und höherem Diabetesrisiko assoziiert sind (Chatterjee et al., JAMA 2016).



Beispiel: Typische Laser-Spektroskopie-Messung (SO/Check)


Bei einer typischen Laser-Spektroskopie-Messung zeigt sich oft ein charakteristisches Muster: Kalium liegt im Defizit, Chrom ebenfalls (meistens stark) – und genau diese Kombination erzählt eine klare funktionelle Geschichte.


  • Kalium niedrig→ Hinweis auf eingeschränkte Zellspannung, Elektrolytverschiebungen oder erhöhte Stresslast.Kalium ist entscheidend für Membranpotenziale, Mitochondrienfunktion und Glukosetransport. Ein Mangel führt häufig zu Müdigkeit, Muskelschwäche oder schlechter Regenerationsfähigkeit.

  • Chrom niedrig→ zeigt eine eingeschränkte Aktivität des Chromodulin-/GTF-Systems an.Das bedeutet: Die Aktivierung des Insulinrezeptors kann reduziert sein, wodurch die Zelle weniger effizient auf Insulin reagiert. Das passt häufig zu Stressmustern, oxidativem Druck oder einem erhöhten Glutathionverbrauch.


Typischerweise tauchen weitere Marker im gleichen Kontext mit auf:


  • Magnesium leicht reduziert→ verstärkt das Bild: niedrige ATP-Effizienz, erhöhte Stressreaktivität, Redoxsensitivität.Magnesium ist für GSH-Synthese, Mitochondrien und Insulinwirkung essenziell.

  • Zink/Cu-Verschiebung→ ein gestörtes Cu/Zn-Verhältnis deutet auf Redoxstress oder entzündliche Aktivität hin – oft ein Hintergrundfaktor für niedrige Chrom- und Kaliumwerte.

  • Anti-oxidativer Schutz (SO/Check) vermindert→ bestätigt, dass der Organismus aktuell viele Redoxpuffer verbraucht – ein Umfeld, in dem Chromodulin und Insulinrezeptoren besonders sensibel reagieren.


In der Summe ergibt sich ein konsistentes Bild:gestörte Zellspannung + erhöhter oxidativer Verbrauch + eingeschränkte Insulinrezeptor-Aktivierung – ein funktionelles Muster, das in Richtung Energiestress, Redoxbelastung und Elektrolytinstabilität weist.


Keine Diagnose – sondern eine Momentaufnahme, die zeigt, wo das System funktionelle Unterstützung braucht.



Der entscheidende Zusammenhang zwischen Chrom-GTF, Aminosäuren & Glutathion


Damit der Chromodulin-Komplex überhaupt wirken kann, benötigt der Körper wie bereits beschrieben drei zentrale Aminosäuren:


  • Glycin

  • Cystein

  • Glutamat (Vorstufe von Glutamin)


Aus genau diesen Aminosäuren baut der Körper nicht nur den Chromodulin-Komplexer verwendet sie auch zur Synthese von Glutathion (GSH), dem zentralen intrazellulären Antioxidans.


Und hier entsteht ein biochemischer Zielkonflikt, den viele übersehen – aber er ist hochrelevant für Insulinsensitivität, Energiestoffwechsel und Redoxbalance.



Unter oxidativem Stress konkurrieren GTF-Bildung & Glutathion-Synthese um dieselben Aminosäuren


Glutathion (GSH) besteht aus:


  • Glutamat

  • Cystein (limitierende Aminosäure)

  • Glycin


Diese drei sind identisch mit den Liganden des Chrom-GTF-Komplexes.


Bei oxidativem Stress passiert Folgendes:


  1. Die Zelle verbraucht massiv Glutathion → GSH sinkt.

  2. Die Synthese von neuem GSH wird priorisiert („Überleben vor Stoffwechseloptimierung“).

  3. Die dafür benötigten Aminosäuren (besonders Cystein & Glycin) werden in Richtung GSH verschoben.

  4. Der Chrom-GTF-Komplex kann nicht korrekt gebildet werden.

  5. Die Insulinrezeptoren verlieren ihre Sensitivität → GLUT-4 reagiert schlechter.

  6. Das Ergebnis ist eine funktionelle Insulinresistenz, die nicht primär durch Kohlenhydrate entsteht, sondern durch Redoxstress & Aminosäurenmangel im GTF-System.


Kurz: Je höher der oxidative Stress, desto weniger GTF – desto schlechter die Insulinsensitivität.


Das ist eine der elegantesten und gleichzeitig übersehensten Mechanismen in der funktionellen Medizin.



Mitochondrien-Schwäche verschärft das Problem


Die Synthese von Glutathion benötigt:


  • ATP (sehr viel!)

  • Magnesium

  • B6

  • funktionierende Mitochondrien


Bei suboptimalen Mitochondrien entsteht ein Doppelproblem:


➤ zu wenig ATP

→ die GSH-Synthese wird gebremst→ oxidativer Stress steigt weiter


➤ steigender oxidativer Stress

→ noch mehr Bedarf an Aminosäuren→ noch weniger Aminosäuren für den GTF-Komplex


Ergebnis: Chronisch reduziertes Glutathion + niedriger GTF = Rezeptor-Downregulation + Insulinresistenz.



Warum liposomales Glutathion hier extrem sinnvoll ist


Wenn die Zelle Glutathion direkt von außen bekommt, passiert Folgendes:


  1. Der Körper muss weniger GSH selbst herstellen.

  2. Dadurch werden Glycin, Cystein und Glutamat geschont.

  3. Diese können wieder für den Chrom-GTF-Komplex bereitgestellt werden.

  4. Der Insulinrezeptor wird stabilisiert, GLUT-4 reagiert besser.

  5. Die Redoxbalance entspannt sich → mitochondriale Leistungsfähigkeit steigt.


Du entlastest also das gesamte System:


  • weniger oxidativer Stress

  • weniger ATP-Verbrauch für GSH-Synthese

  • mehr verfügbare Aminosäuren für GTF

  • bessere Insulinwirkung


Das ist ein hochlogischer, ursachenorientierter Ansatz nach dem Cofaktor- und Prioritätsprinzip.


Warum genau dieser Mechanismus in der Praxis so oft vorkommt


Menschen mit:


  • chronischem Stress

  • Schlafmangel

  • Entzündungen

  • Umweltgiften

  • Energieproblemen

  • Infektfolgen

  • Mitochondrien-Schwäche


haben immer erhöhten Glutathionverbrauch. Ergebnis:GTF-Aufbau ist dauerhaft limitiert → Insulinrezeptoren verlieren Sensitivität.


Deshalb haben viele Menschen Symptome wie:


  • Heißhunger

  • Mittagsmüdigkeit

  • Gewichtszunahme

  • Energietiefs

  • Reaktive Hypoglykämien


… obwohl sie „eigentlich gesund essen“.


Es ist kein Ernährungsproblem –es ist ein Redox-/Aminosäuren-/GTF-Problem.



Der Zusammenhang in einem Satz


Oxidativer Stress verbraucht die gleichen Aminosäuren, die für den Chrom-GTF-Komplex benötigt werden. Dadurch verschlechtert sich die Insulinsensitivität – ein Effekt, der durch liposomales Glutathion und mitochondrialen Support korrigierbar ist.

Das Problem der Magensäure – und warum manche liposomalen Glutathionpräparate nicht wirken


Ein wichtiger Aspekt, der häufig übersehen wird:Liposomales Glutathion ist nicht automatisch stabil.


Glutathion ist ein empfindliches Tripeptid (Gly–Cys–Glu).Im Magen herrscht ein stark saures Milieu mit proteolytischen Enzymen.Dadurch kann Folgendes passieren:


  1. Das Liposom wird zu früh geöffnet

  2. Glutathion wird in seine Einzelbestandteile zerlegt– Glycin– Cystein– Glutamat

  3. Dadurch gelangt kein intaktes GSH in den Dünndarm oder in die Zelle.


Das bedeutet:

Ein großer Teil der handelsüblichen liposomalen Glutathionprodukte wird im Magen degradiert, bevor es die Zelle erreicht – was therapeutisch am Ziel vorbeiführt.

Das ist biochemisch relevant, weil GSH nur in intakter Form direkt in die Zelle eingeschleust werden kann.(In freier Aminosäureform konkurriert es wieder mit der GTF-Synthese – das eigentliche Problem.)



Wie Hersteller das Magensäure-Problem lösen: Magensaftschutz durch spezielle Liposomen-Technologien


Um Glutathion sicher durch die Magensäure zu bringen, setzen einige Hersteller spezielle Technologien ein, z. B.:


1. Bienenwachs-Ummantelung (Wachsliposomen)


Hier werden die Liposomen mit einer bienenwachsähnlichen Schutzschicht versehen.Diese schützt das Liposom vor:


  • Salzsäure (pH 1–2)

  • Pepsin

  • mechanischer Zerstörung im Magen


Erst im Dünndarm – bei neutralem pH – löst sich die Wachsschicht, und das Liposom kann:

→ in die Enterozyten aufgenommen→ über Lymphsystem und Pfortader verteilt→ direkt an die Zellen abgegeben werden


Vorteil: intaktes GSH erreicht die Zelle tatsächlich.


2. Multi-Layer-Liposomen


Mehrschichtige Liposomen mit redundanten Membranen erhöhen die strukturelle Stabilität gegen Magensäure.


3. pH-sensitive Liposomen / magensaftresistente Kapseln


Kapseln, die sich erst im Dünndarm öffnen und das liposomale GSH freisetzen.


4. S-Liposomal-Technologie


Eine neuere Klasse, bei der Strukturstabilisatoren (z. B. bestimmte Lecithin-Fraktionen, Pflanzensterole) verwendet werden, um die Liposomen stabiler zu machen.


Warum das so wichtig ist


Wenn liposomales GSH nicht stabil ist, passiert Folgendes:


  • Es zerfällt im Magen

  • Wird als normale Aminosäuren aufgenommen

  • Muss erneut energieabhängig synthetisiert werden

  • Verbraucht ATP & Cofaktoren

  • Konkurriert erneut mit dem Chrom-GTF-Komplex

  • Der therapeutische Effekt verpufft


Mit Schutztechnologie dagegen:


  • GSH bleibt intakt

  • gelangt in die Zelle

  • entlastet den ATP-Verbrauch

  • reduziert oxidativen Stress

  • schont Glycin, Cystein und Glutamat

  • ermöglicht eine bessere GTF-Bildung

  • verbessert funktionelle Insulinsensitivität



Sofortdiagnostik – Zellstoffwechsel sichtbar machen


Die Laser-Spektroskopie (SO/Check) ermöglicht eine nicht-invasive Analyse von 21 Mineralstoffen und Spurenelementen direkt im Gewebe – also dort, wo Stoffwechsel tatsächlich passiert . Sie erkennt Dysbalancen lange bevor klassische Blutwerte wie HbA1c oder Nüchternglukose auffällig werden.



Typisches Muster bei funktioneller Insulinresistenz:


  • Chrom ↓

  • Magnesium ↓

  • Kalium ↓

  • Glutathion ↓

  • Verdauung und Lipidmetabolismus suboptimal


Diese Kombination weist auf gestörte Insulinbindung, oxidativen Stress und verlangsamte mitochondriale Glukoseoxidation hin .



Wearable Tech: Stoffwechsel in Echtzeit verstehen


Wer seine metabolische Fitness überprüfen möchte, kann nach der Sofortdiagnostik für zwei Wochen einen CGM (Continuous Glucose Monitor) tragen – z. B. den Libre 3 oder Dexcom G7.


Diese Sensoren messen kontinuierlich den Glukoseverlauf im Gewebe – also 24 Stunden am Tag, auch während Schlaf und Training – und liefern ein detailliertes Bild des individuellen Zuckerstoffwechsels:


  • Spikes nach Mahlzeiten: zeigen die Glukosetoleranz und wie stark der Blutzucker auf Kohlenhydrate reagiert.

  • Basalniveau & Erholung: wie schnell sinkt der Wert wieder – also wie effizient der Körper Glukose abbaut.

  • GMI (Glucose Management Indicator): rechnerischer Wert, der den Langzeitblutzucker (HbA1c) widerspiegelt.


Der GMI wird automatisch aus den kontinuierlichen CGM-Daten berechnet und erlaubt eine präventive Bewertung des Glukosestoffwechsels ohne Blutabnahme.



Zielwerte und Funktionsbereiche

Bereich

GMI (%)

Interpretation

🟢 Optimal

< 5.5 %

stabile Glukosetoleranz, hohe Insulinsensitivität

🟡 Grauzone / Prädiabetes-Bereich

5.5 – 6.0 %

beginnende Insulinresistenz, erhöhter oxidativer Stress

🔴 Dysregulation / Diabetesbereich

> 6.0 %

reduzierte Insulinsensitivität, gestörter Zellstoffwechsel

Ein GMI von 5.5 % entspricht in etwa einem HbA1c von 5.4 %, also einem geschätzten Durchschnittsblutzucker von ca. 107 mg/dl (5.9 mmol/l). Schon eine Erhöhung um 0.3–0.4 % zeigt, dass der Körper auf Dauer unter einem metabolischen Druck steht – häufig begleitet von erhöhten Entzündungs- oder Stressmarkern. Daher ist der GMI ein aussagefähiger Biomarker um eine Insulinresistenz zu erkennen



Funktionelle Prävention statt Laborroutine


Bluttests zeigen vergangene Zustände – Laser-Spektroskopie und Wearables zeigen, was jetzt im Stoffwechsel passiert.Die Kombination liefert:


  • Nicht-invasive Sofortdaten (z. B. Chrom, Kalium, Magnesiumstatus)

  • Echtzeit-Feedback (CGM, HRV, Schlafqualität)

  • Präventive Relevanz – bevor pathologische Schwellen erreicht sind.


Ein CGM-Sensor kostet oft weniger als ein Laborpaket und wird bei Erstanwendung häufig kostenlos angeboten. Eine Laser-Messung beginnt bei ca. 50 €, dauert 5 Minuten – und eröffnet einen tiefen Blick in die zelluläre Biochemie.



Warum das Thema Insulinresistenz erkennen so brisant ist


Die meisten, die ich gemessen habe, fühlten sich gesund – und waren dennoch bereits in einer „grauen Zone“. Diese unbemerkten Stoffwechselstörungen sind die Vorboten des Typ-2-Diabetes, eines der „apokalyptischen Reiter“ moderner Zivilisationserkrankungen. Sie ebnen den Weg für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Probleme, Krebs und kognitive Degeneration.


Der Schlüssel liegt in der frühzeitigen Erkennung funktioneller Dysbalancen, lange bevor die klassische Medizin eingreift. Genau hier setzt Prävention an – und hier bietet die Kombination aus Sofortdiagnostik, Wearables und gezielter Nährstoff-Therapie einen völlig neuen Zugang.



Typische Fehler, die viele machen, wenn sie ihre Insulinsensitivität verbessern wollen


Insulinsensitivität hängt nicht nur von Ernährung und Bewegung ab – sondern von Cofaktoren, Redoxbalance und Mitochondrienleistung. Genau dort passieren die meisten Fehler:


1️⃣ Der Chrom-Mangel wird nicht aufgefüllt


Chrom ist essenzieller Bestandteil des Chromodulin-Komplexes, der den Insulinrezeptor aktiviert. Ohne ausreichenden Chromstatus kann die Zelle gar nicht richtig auf Insulin reagieren – selbst bei perfekter Ernährung.Ein funktioneller Mangel wird häufig übersehen.


2️⃣ Das Glutathion-Problem wird ignoriert (oder falsch supplementiert)


Glutathion schützt den Insulinrezeptor vor oxidativen Schäden und schont die Aminosäuren, die für den Chromodulin-Komplex gebraucht werden. Viele nehmen jedoch eine instabile Form, die im Magen zerfällt – und damit ihre Aufgabe nicht erfüllt.Ohne funktionelles Glutathion bleibt der Rezeptor „unter Feuer“.


3️⃣ Oxidativer Stress wird nicht aktiv adressiert


Oxidativer Stress blockiert die GLUT-4-Translokation und verbraucht die Aminosäuren, die für Chromodulin nötig sind.Typische Versäumnisse:


  • SOD-abhängige Enzyme nicht unterstützen (Cu, Zn, Mn)

  • SNPs in antioxidativen Enzymsystemen ignorieren

  • Schwermetallquellen nicht reduzieren

  • Entzündliche Trigger nicht identifizieren


Ohne Redoxkontrolle bleibt der Rezeptor chronisch gestresst.


4️⃣ Mitochondrien bekommen keine Reize


Mitochondrien verbessern ihre Effizienz nur durch gezielte Stressimpulse – sonst „verlernen“ sie Energieproduktion.


Fehlende Reize sind z. B.:


  • kaum Bewegung

  • keine intensiven Peaks

  • keine Kälte- oder Wärmereize

  • kein IHHT / Hypoxietraining


Ohne funktionelle Mitochondrien → weniger ATP → schlechtere GLUT-4-Aktivierung.


5️⃣ Die Mitochondrien werden nicht gefüttert


Reize allein reichen nicht – die Kraftwerke brauchen Material und Cofaktoren:


  • B-Vitamine

  • Q10 / PQQ

  • NAD-Vorstufen

  • Magnesium

  • Aminosäuren (bes. Glycin, Cystein, Carnitin)

  • Phospholipide


Viele wollen bessere Insulinsensitivität – aber ihre Zellen haben schlicht nicht die Substrate.


6️⃣ Der Elektrolythaushalt wird unterschätzt (v. a. Kalium + Magnesium)


Kalium ist entscheidend für Zellspannung und Glukoseaufnahme.Magnesium für ATP, Insulinrezeptoren und GLUT-4. Ein Defizit in beiden ist einer der häufigsten funktionellen Treiber von Insulinresistenz.


7️⃣ Entzündliche Trigger bleiben bestehen


Still laufende Entzündung ist einer der stärksten Blocker für Insulinsensitivität:


  • Darmbarriere

  • LPS/Biofilm

  • Zahnherde

  • Umwelttoxine

  • Schlafmangel


Solange diese Trigger nicht reduziert sind, bleibt der Insulinrezeptor überlastet.


8️⃣ Der Fokus liegt zu sehr auf „Low Carb“, statt auf Zellfunktion


Viele reduzieren Kohlenhydrate, aber verbessern nicht die biologischen Voraussetzungen, die Glukose erst in die Zelle bringen. Low Carb kann kompensatorisch helfen – aber ersetzt keinen funktionierenden GTF-Komplex und keine Mitochondrien.


Kurzfazit: Insulinsensitivität ist ein Zellthema, kein Kalorienthema

Insulinsensitivität steigt nicht durch Verzicht, sondern durch Cofaktoren, Redoxbalance, Mitochondrienleistung und Zellreparatur.


Was du tun kannst


  1. Kennst du deinen Chromstatus?→ Vereinbare einen Präventions-Check mit Laser-Spektroskopie (SO/Check).

  2. Teste deine Glukosereaktion!→ Nutze für 14 Tage einen CGM-Sensor (Libre 3 Test-Sensor).

  3. Lerne, funktionelle Daten zu verstehen und anzuwenden.→ In der Longevity Coach Ausbildung lernst du, Sofortdiagnostik, Blutwerte und Nährstofftherapie zu kombinieren – für dich und deine Klient:innen .

  4. Tracke deinen Fortschritt indem du diese Biomarker in die EVER-App eingibst und aus diesen einen Fokus machst.






Referenzen


  1. Chromium Activates Glucose Transporter 4 Trafficking and Enhances Insulin‐Stimulated Glucose Transport in 3T3‑L1 Adipocytes (Elmendorf et al., 2006)Diese Zell‐Studie zeigt: Trivalentes Chrom mobilisiert den GLUT4‐Transporter zur Zellmembran in 3T3-L1 Adipozyten – und mit Insulin steigt die Glukoseaufnahme spürbar. OUP Academic+1→ Direkter Mechanismus: Chrom → mehr GLUT4 an der Membran → bessere Insulinwirkung.

  2. Chromium Improves Glucose Uptake and Metabolism Through Upregulating the mRNA Levels of IR, GLUT4, GS, and UCP3 in Skeletal Muscle Cells (Qiao et al., 2009)Diese Studie an Skelettmuskelzellen zeigt: Chrom erhöht mRNA-Spiegel von Insulinrezeptor (IR) und GLUT4 und verbessert somit direkt die Glukoseaufnahme und den Stoffwechsel. SpringerLink+1→ Unterstützt die Aussage: Fehlendes Chrom kann zu weniger IR bzw. GLUT4 führen.

  3. Chatterjee R. et al. (2016). Potassium Intake and Risk of Type 2 Diabetes in the U.S. JAMA Intern Med 176(8): 1182–1192 (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22322920/)

  4. de Zambotti M. et al. (2019). Evaluation of the Oura Ring: Sleep Tracking Accuracy Compared to Polysomnography. Behavioral Sleep Medicine, 17(2): 124–136 . https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28323455/

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